Was sind Conventions?

Was ist eine Tattooconvention eigentlich und warum fahrt ihr vom Tempel dorthin?

Unter dem Begriff „Tattooconvention“ können sich viele nichts vorstellen, wenn man das ganze mit „Tattoo-Messe“ übersetzt wird das ganze dann schon deutlicher: Eine Tattooconvention ist üblicherweise eine zwei- bis dreitätigige Veranstaltung, zu der je nach Größe- und Bekanntheitsgrad ein paar Dutzend oder auch ein paar hundert Tätowierer kommen – bei kleineren Messen kommen diese eher aus der Region, bei großen Messen durchaus aus aller Welt.

Die Hauptattraktion sind bei diesen Tattoomessen natürlich die Tätowierer und Tattoos aus aller Welt: Wann kann man schon einmal an einem Tag so vielen Tattoo-Profis über die Schulter schauen und in unzähligen Tattoo-Vorlagen blättern? Aber es gibt auch meistens noch ein Rahmenprogramm mit Musikern, Fakir- oder Freakshows, Suspensions, Tattoo-Miss-Wahlen… und piercen lassen kann man sich auf fast allen Messen auch.

Zusätzlich gibt es fast immer noch Verkaufsstände für Schmuck, T-Shirts, Tattoozubehör, letzteres wird allerdings in letzter Zeit verstärkt nur noch an Tätowierer mit Gewerbeschein abgegeben, um den immer größer werdenden „Hobby-Tätowierer-Pfusch“ einzudämmen. Manchmal werden auch Kurse im Bereich Hygiene oder von Tattoo-Profis die ein Spezialgebiet haben angeboten – ebenfalls nur für Tätowierer mit Gewerbeschein.

Meistens in den Abendstunden gibt es bei fast jeder Tattooconvention (für viele) den Höhepunkt der Veranstaltung: den Tattoo-Contest. Hierbei hat jeder die Möglichkeit, sein Tattoo in bestimmten Kategorien (Best of Colour, Best of Black and Grey, Best of Day und oftmals viele weitere) anzumelden, der Jury (meist bestehend aus drei Tätowierern) zu zeigen und von dieser im Punktesystem bewerten zu lassen. Für die besten drei Tattoos gibt es meistens zwei Preise: einen Pokal für den Tätowierer und eine Urkunde für den Träger. Die Kategorien, Teilnahmebedingungen und auch das Punktesystem variieren allerdings von Tattooconvention zu Tattooconvention.

Für viele die wichtigeste Frage überhaupt: Wie komme ich an einen Termin auf einer Tattooconvention? Am besten schaust Du Dir zuerst auf der Homepage der Veranstaltung an und suchst Dir den Tätowierer Deines Vertrauens raus. Wichtig: Den Termin machst Du dann direkt mit dem Tätowierer aus, der Veranstalter hat damit in aller Regel nichts zu tun. Den Tätowierer Deines Vertrauens kontaktierst Du einfach über sein Studio – oder immer beliebter: Facebook. Bedenke aber, dass gefragte Tätowierer durchaus am Tag ein paar hundert Facebook-Nachrichten bekommen können und ein mitgeschicktes Bild, die Körperstelle, Größe etc. eher in die engere Auswahl kommen als die Frage „hast Du da Zeit für ein Tattoo“?

Du bekommst allerdings auf jeder Messe auch spontan Termine, vor allem für kleinere Geschichten – bedenke aber, dass Du Dir unter Umständen einen Tätowierer raussuchst der ein paar hundert Kilometer entfernt sein Studio hat und somit ein „Tattoo nachstechen“ oder „Tattoo erweitern“ unnötig kompliziert werden kann.

Gibt es auf Tattoocoventions auch „Messe-Preise“? Ein jeder kennt es von vielen Messen: Viele Neuigkeiten werden zum Einführungspreis dort zahlreich unter’s Volk gebracht oder die Aussteller von Fernost verschleudern am letzten Tag ihre Ware, anstatt sie für teures Geld per Container wieder nach Hause zu schicken. Bei Tattoo-Messen ist das oftmals – leider – genau anders:
Der Tätowierer hat den Messestand zu bezahlen, die Fahrt/den Flug, das Hotel und durch An- und Abreise gehen zusätzliche Arbeitstage verloren – aus diesem Grunde sind Tattoos von bekannten Tätowierern oftmals durchaus etwas teurer, als sie bei ihm im Studio wären. Vorteil für den Kunden: Du sparst dir oftmals lange Wartezeiten oder eine lange Anreise, die erheblich teurer wäre.

Warum fahrt ihr vom Tempel auf so viele Tattooconventions? Weil wir gerne unterwegs sind, gerne neue Leute kennenlernen, gerne anderen Tätowierern beim arbeiten zuschauen, gerne von anderen Kollegen auch lernen/uns mit diesen austauschen… und mit Sicherheit auch, weil wir einfach ein kleines bißchen verrückt sind und gerne aus dem Studioalltag ausbrechen.

Tempel München on Tour