Ink Explosion Mönchengladbach 2018

Inkexplosion Mönchengladbach 2018

Ink Explosion Mönchengladbach – das bedeutet: 650,- Kilometer einfache Fahrt, jeweils ein Tag geht drauf für Ein/Auspacken bzw. Hin- und Rückreise – dazu ist die Wahrscheinlichkeit neue Kunden für unser Studio zu gewinnen aufgrund der Distanz und der Auswahl an sehr guten Tätowierern dort eher gering – also stellen wir uns jedes Jahr die gleiche Frage: Fahren wir nochmal nach Mönchengladbach zur Ink Explosion oder nicht?

Die Antwort ist ganz einfach: so lange sich die Veranstalter mit ihrer Tattooconvention in Mönchengladbach soviel Mühe geben und es uns dadurch Spaß macht dabei zu sein, nehmen wir die Reise und den damit verbundenen Zeit- und Kostenaufwand gerne auf uns:

Was die Ink Explosion so besonders macht, ist schnell erklärt: jedes Jahr wird die Messe unter ein besonderes Motto gestellt, dieses Jahr in 2018 war das Motto „Murder Ink“. Schon im Vorfeld wurden die einzelnen Tätowierer auf einer Art Fahndungsplakat vorgestellt bzw. in den einschlägigen Sozialen Netzwerken beworben. Diese zogen sich auch durch den Veranstaltungsort – die Kaiser-Friedrich-Halle – die ein ganz besonderes, nobles Flair ausstrahlt.

Dazu noch Vorträge z.B. von Dr. Mark Benecke oder die Möglichkeit für die Tätowierer, Seminare z.B. von Ralf Nonnweiler, Andy Engel oder Urban Slamal zu besuchen, liebevolles Catering von den Schmidtchentrullas (ehem. Schnittchentrullas) – Tätowierer-Herz, was willst Du mehr?

Vielleicht ein Messehotel direkt bei der Veranstaltungshalle – das Dorint Hotel Mönchengladbach liegt genau gegenüber der Tattooconvention und beherbergt nicht nur einen schönen Fitness- und Wellnessbereich, sondern – für die meisten Tätowierer wichtiger – die Aftershowparty am Samstag Abend. Kurzum – alles perfekt organisiert und vorbereitet – und dadurch macht es uns auch einfach Spaß, Teil dieser Tattooconvention zu sein.

Dieses Jahr wollten Tibor „Tibi“ Szalai sowie Frank „Franky“ Danisch den Tempel in Mönchengladbach vertreten, Tibi musste leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen, so dass sich am Donnerstag „nur“ Franky und sein Verlobter Pirmin auf den Weg nach Mönchengladbach machten. Franky und Pirmin hatten jede Menge Zeit und Vorbereitung in den Stand gesteckt, so dass ich mit dieser Tattoomesse kaum Arbeit hatte und quasi am Samstag als Besucher anreisen konnte – perfekt, um am Freitag noch schnell in Paris auf der „Le Mondial Du Tatouage“ vorbeizuschauen – dazu jedoch mehr an anderer Stelle.

Auch wenn viele internationale Spitzentätowierer an diesem Wochenende in Paris auf der Messe waren, so musste sich das Line-Up in Mönchengladbach nicht verstecken: Andy Engel und Ralf Nonnwweiler hatte ich schon genannt, Pain & Fame Gewinner Marco Klose war ebenso vertreten wie die Mitstreiterin aus der Sendung Angelina Mengel, Miss Nico aus Berlin, Tony Kreutz oder die ehemaligen Tempel Gäste Stefan Krämer, Ollo oder Cristian Radu.

Aus Tempel-Sicht etwas Schade: Franky hatte sich für den Freitag ein großes Projekt vorgenommen und wurde für den Best of Day – Contest nicht fertig, das spielte jedoch spätestens am Samstag keine Rolle mehr: nachdem er letztes Jahr in seiner Lieblingskategorie „Best NeoTraditional“ bereits den 3. Platz geholt hat, dann dieses Jahr die Steigerung: 1. Place, Best of Neotraditional – Congratulation, Franky – und als ob das nicht schon genug wäre, so gab es dann noch am Sonntalg den 1. Platz in der Kategorie Best OldSchool/New School – der Verfasser dieser Zeilen gratuliert artig zum zweiten mal, auch wenn er dafür den Bericht eben noch einmal umschreiben „durfte“ – in diesem Fall ist es aber wirklich ein „dürfen“ und ich mach das sehr gerne.

Wenn man etwas negatives finden möchte: die Besucherzahlen sind zumindest gefühlt auch hier wie bei so vielen Messen leicht rückläufig, was daran liegen dürfte dass es einfach inzwischen viel zu viele Messen (mit zum Teil viel zu schlechtem Line-Up) gibt – hier kann man nur auf einen Selbstreinigungsprozess hoffen. Samstag und Sonntag war auf jeden Fall trotzdem ordentlich was los.

Die altehrwürdige Kaiser-Friedrich-Halle wird unmittelbar nach dieser Messe renoviert, aus diesem Grund wird die Inkexplosion 2019 – zum zehnten Jubiläum – wohl erst im Sommer 2019 stattfinden.

Wir werden uns vermutlich wenn die Anmeldeunterlagen kommen wie schon so oft die Frage stellen: Lohnt sich das? Finanziell sicher nicht… aber so lange es uns Spaß macht – also so lange sich die Veranstalter solche Mühen geben – sind wir jederzeit wieder gerne dabei, wäre dann unsere fünfte Teilnahme. Auch ein Jubiläum.

Stephan Tempel