Tattooconvention London 2018

Tattooconvention London, 2018

Eine der besten Tattoooconventions der Welt: London

2015, 2016, 2017 & jetzt 2018 – die erste Tattoomesse die ich vier Jahre in Folge besucht habe und jedes Jahr noch ein bißchen begeisterter bin als im Jahr davor: London.  Ich werde mich dem ganzen jetzt etwas ausführlicher widmen, wen Anreise, Unterkunft etc nicht interessieren oder wer schon ein alter London-Hase ist: einfach nach unten scrollen:

Anreise:

Von Auto, Zug und Bus abgesehen (fast alles schon gemacht, aber in meinen Augen Schwachsinn) gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: günstig mit dem Flieger oder teuer mit dem Flieger. Ich bevorzuge günstig und buche darum meinen Flug immer kurz nach Bekanntgabe des Datums der Convention, selbst auf die Gefahr hin mal die Reise nicht machen zu können: bleiben Easyjet über München oder Ryanair über Memmingen – ich bevorzuge Memmingen: die günstigeren Flugzeiten, die billigeren Parkgebühren und vom Münchner Westen aus in der Früh sogar die stressfreiere Anreise – Kosten: Memmingen – London und zurück für insgesamt 62,- Euro.

Zum Vergleich: zum gleichen Zeitpunkt hätte der Lufthansa-Flug knapp 200,- Euro gekostet, wenige Tage vor der Abreise kostete selbst der Easyjet Flug (Oktoberfest-Zeit!) 370,- Euro – das ist halt mal eben das sechsfache.

In London-Stansted angekommen macht man – wie überall auf der Welt – einen großen Bogen um die Wechselstuben am Flughafen (die haben echt katastrophale Kurse), kauft die benötigten Zugtickets am besten via Kreditkarte am Automaten und fährt idealerweise mit dem Stansted-Express bis zur Liverpool-Street. Das dauert eine gute Stunde und wenn man Hin- und Rückfahrt auf einmal bucht ist es günstiger – „günstig“ ist London ja ohnehin nicht, also lohnt es sich an solchen Kleinigkeiten zu sparen.

Von der Liverpool-Street aus kommt man dann mit der Underground-Bahn oder dem Bus wohin man möchte – ab hier kann man dann die Oyster-Card nutzen: die kann man quasi überall kaufen und mit Guthaben aufladen – man hält die beim betreten der U-Bahn einfach an die Schranke und die öffnet sich, beim verlassen das Gleiche – und das beste: es wird immer nur der günstigste Tarif abgebucht: fährt man an einem Tag soviel dass eine Tageskarte günstiger gewesen wäre, berechnet die Oyster-Card maximal diesen Tarif – funktioniert auch in allen öffentlichen Bussen. Einfach genial, hier könnten sich die Deutschen Städte eine Scheibe abschneiden.

Inzwischen sind sie in London noch einmal etwas weiter: Man benötigt nicht einmal mehr die Oyster-Card, es genügt anstatt der Oyster-Card mit seiner Kreditkarte (wenn diese für kontaktloses zahlen geeignet ist) ein- und auszuchecken. Der Münchner der noch Streifenkarten in Stempelautomaten steckt wird da blaß vor Neid und schämt sich – siehe auch: http://bunte-ansichten.de/muenchner-verkehrsverbund-mvv-willkommen-in-der-steinzeit/

Unterkunft:

Das mit der Liverpool-Street empfiehlt sich vor allem, wenn man in der Nähe der Tattooconvention seine Unterkunft bucht und ich würde das zwingend empfehlen – was hilft es ein paar Pfund zu sparen, wenn man dafür jedes mal eine Stunde unterwegs ist und wirklich günstiger wird es halt erst deutlich außerhalb vom Zentrum. Die Tattoomesse London findet in den Tobacco Docks an der Themse statt, zwischen den Underground-Stationen „Shadwell“ (näher) und „Tower Hill“ (ca. 10 – 15 Minuten Fußweg) – von der Liverpool-Street bis Tower Hill sind es zwei Stationen oder ebenfalls 10-15 Minuten Fußweg.

Hier empfiehtlt sich eine rechzeitige Buchung über Airbnb, ansonsten werden die Zimmer eher etwas kleiner und teurer – hier hab ich dann aber einen guten Tipp: Das CitizenM Hotel Towerhill: wirklich direkt an der U-Bahn-Station Tower Hill, Blick auf den vielleicht 100 Meter entfernten Tower, die Tower Bridge und die Themse, ganz neu und modern – so werden Klimaanlage, Lichter etc über ein iPad im Zimmer gesteuert, rund um die Uhr geöffnete Bar und Essen – für London m.E. eine echte Empfehlung…. und nach einem kurzen Spaziergang entlang der Themse ist man dann schon bei der

Tattooconvention London

Wie oben schon geschrieben: die Messe findet in den Tobacco Docks statt – kommen wir erst einmal zum Einlass:

Eintrittspreise Tattooconvention London:

es lohnt sich die Tickets im Vorfeld online zu kaufen, das klappt easy und ist deutlich günstiger als vor Ort:

So kostet ein 3-Tages-Ticket vorab 55 PFund, bein Einlass selber 65 Pfund. Die Tageskarten sind mit 30/40/35 Euro für Fr/Sa/So beim Einlass kein Schnäppchen, vorab online sind sie jeweils 5 Pfund billiger. Meiner Meinung nach ist das vorab gekaufte 3-Tages-Ticket am sinnvollsten, den es ist fast unmöglich an einem Tag alles anzuschauen:

Tattoo-Artists Tattooconvention London

Die Tätowierer: mehr als 400 aus aller Welt, die überwiegend zu den Weltbesten oder anderweitig verdienten Tattooartists gehören, ansonsten wären sie gar nicht vor Ort: Es ist nicht möglich sich für die Londoner Tattooconvention anzumelden oder auch nur zu bewerben – hierhin wird man ausschließlich eingeladen.

So waren es auch Deutschland dieses Jahr weniger als 20 die sich auf den Weg gemacht hatten, darunter zwei aus München: Corpsepainter-Julian und Tibor Tibi Szalai vom Tempel München. Bei den anderen Tätowierern die Stars aufzuzählen wäre ein äußerst langwieriges Unterfangen, ich verweise an dieser Stelle einfach auf die Artistliste:

https://thelondontattooconvention.com/tattoo-artists/

 

Aber auch Kunstausstellungen, Unterhaltungsshows, Konzerte oder die Verkäufer von Kleidung und Schmuck sind hier vom allerfeinsten.

 

Location:

 

Die Tattoomesse London findet in den Tobacco-Docks statt, das ist ein um 1812 gebautes, ehemaliges Lager für – Applaus – Tabak. Es ist überwiegend aus Ziegeln gebaut, es stehen ein paar Schiffe herum und es ist einfach nur eine geniale Location auf zwei Stockwerken, viel Hallen und Freiflächen. Anfang 1990 wurden die Tobacco-Docks in ein Einkaufszentrum umgebaut, welches wegen der abgelegenen Lage aber Pleite ging. Inzwischen ist der Eigentümer eine Familie aus Kuwait, die aus dem Gelände gerne ein 4-Sterne-Hotel, Luxus-Shopping-Mal etc machen möchte – ich hoffe einfach mal, dass das niemals passieren wird bzw. noch lange dauert – diese Location ist einfach zu genial:

 

Publikum:

 

Die Tattooconvention in London zieht nicht nur Tätowierer, sondern auch Tattoofans aus aller Welt an: schon am Flughafen Memmingen hab ich den ersten angesprochen, ob seine Hände vom Florian Karg tätowiert seien (yep, sind sie) – er war natürlich am Weg nach London zur Tattoomesse. Im Zug vom Flughafen zur Liverpool-Street dann die nächsten klar erkennbar tätowierten und auf der Messe selbst sind es einfach tausende, zum Teil selber Tätowierer oder einfach zum Teil sehr stark tätowierte, die sich das Feeling und die besten Tätowierer reinziehen wollen. Ich persönlich finde den Freitag fast den besten Messetag, weil der Samstag dann doch tagsüber zum Teil sehr, sehr voll ist – trotz dem extrem weitläufigen Gelände.

Aber vor der Halle in der Sonne sitzen, auf die Schiffe schauen und eine frische Holzofen-Pizza oder einen Cappucino genießen um sich dann gestärkt wieder ins Getümmel zu stürzen um zu schauen wie die Tattookünstler wirklich rausragende Arbeiten tätowieren – viele arbeiten zu zweit, dritt oder noch mehr auf einem Körper und sehr viele tätowieren drei Tage lang das gleiche Modell (wie auch immer man das aushalten kann, bei mir sind zwei Tage in Folge das höchste der Gefühle gewesen) – von dem her ist natürlich auch der Sonntag ein guter Messetag, weil man da die meisten fertigen Kunstwerke sehen kann… wobei wir wieder bei der 3-Tageskarte wären…

London Tattooconvention rockt – ich werde morgen im Laufe des Tages noch ein paar mehr Bilder reinstellen, wenn ich sie von den Tätowierern geklaut habe – die werden einfach besser. Wer Fragen hat, kann sich jederzeit gerne an mich wenden – Sehenswürdigkeiten abseits der Tattooconvention gibt es in London mehr als genug, hab davon schon sehr viele bei meinen – sicherlich ein Dutzend – London-Trips gemacht, aber das würde jetzt den Rahmen völlig sprengen.

Danke für´s durchhalten bis hierher,

Stephan Tempel