„Tempel München der Stephan Hallo“

..so melde ich mich im Studio wenn jemand bei uns anruft – und jeder andere meldet sich auch so bei uns im Tattoostudio. Natürlich nicht mit Stephan, aber das ist ja klar. Ebenso klar ist, dass – wie immer – ich wegen einer besseren Lesbarkeit ich auf die Gender-Version verzichte. Ich fühle mich auch nicht diskriminiert weil meine Sprache – weiblich – meine „Muttersprache“ ist, also hoffe ich dass mir das im Gegenzug nachgesehen wird.

Wenn ich jemand anrufe, dann beginnt das Gespräch fast immer mit „Hallo, hier ist der Stephan vom Tempel, Piercing- und Tattoostudio“ – und meine Mitarbeiter halten das ebenso. Dies nur zur Einleitung, damit der folgende Fall auch verständlicher wird:

Rief vor ein paar Tagen eine junge Dame an, die angab dass sie ihr Motiv für den Tattootermin in ein paar Wochen gerne ändern würde. Problematisch an der Sache: sie konnte sich nicht erinnern, bei welchem Tätowierer sie den Termin ausgemacht hatte – und auch auf Nachfrage nicht, mit wem sie gesprochen hatte. Immerhin wusste sie noch, dass es eine Frau war – aber keine Erinnerung an das aussehen. Frauen haben wir ein paar mehr und so haben wir rumgefragt – aber einen Tattootermin für einen kleinen Schriftzug bei einer Dame in ein paar Wochen der vor ein paar Wochen vereinbart wurde…. da ist es dann dochmals etwas schwierig, sich daran zu erinnern.

Wir riefen sie also noch einmal an um ihr mitzuteilen, dass wir den Termin beim besten Willen nicht finden können – nachdem wir sämtliche Ordner gründlichst durchsucht hatten natürlich. Sie fand das überhaupt nicht witzig – hatte zwar selbst ihre Terminkarte verloren, aber fand es unmöglich dass der Termin nicht auffindbar war.

Spannend war das ja nicht nur wegen dem Termin – den hätten wir schon noch untergebracht, sondern auch wegen der Anzahlung – die ist ja auch immer auf der Terminkarte vermerkt. Sagt sie doch glatt: „nein, das war auch auf dem grünen Zettel drauf den ich verloren habe“.

Grüner Zettel? Im Tempel?

Es ist ja nicht so, dass wir uns am Telefon nicht jedesmal mit Tempel gemeldet (siehe Einleitung) und nicht öfters zusammen telefoniert hätten… aber da machte es endlich klick: Wir haben die junge Dame noch einmal gefragt, ob sie den Termin sicher bei uns – Tempel München, Piercing & Tattoo – hätte – und sie sagte: „Wieso Tempel? Ich hab doch meinen Termin bei XXXXX gemacht“.

Was vielleicht nicht alle wissen: Der Stephan hat einmal bei der Landeshauptstadt München gelernt, den schönen Beruf des Vewaltungsfachangestellten. Dort haben wir unter anderem gelernt: „Immer zuerst die örtliche Zuständigkeit prüfen, dann die sachliche“ (der nächste Lehrer hat es uns genau anders beigebracht, aber meine Meinung über den öffentlichen Dienst ist ja hinreichend bekannt….).

Wie dem auch sei: Das Missverständnis welches uns locker zwei sinnlose Stunden unseres Lebens gekostet hat, wurde aufgeklärt. Wir hoffen die junge Frau hat viel Freude an ihrem Tattoo und schafft es irgendwie zum Tattootermin dann auch ins richtige Tattoostudio.

Stephan Tempel