Ostersonntag und zugleich der 01. April

Liebes Tagebuch,

es ist kein Aprilscherz: ich habe es einfach nicht früher geschafft Dich zu schreiben – ich bereue das zutiefst. Allerdings möchte ich zu meiner Verteidigung auch dazu sagen, dass wegen der Osterferien wirklich nicht viel los war bei uns, was Berichtenswert wäre. Vielleicht ein kleiner Blick hinter die Kulissen: Wir arbeiten im Tempel überwiegend mit Tadoo-Tattoostühlen, das ist das unserer Meinung nach beste Produkt auf dem Markt. Zwar mit je nach Ausstattung zwischen 2500 – 3000 Euro je Stück nicht ganz billig, aber dafür bombige Qualität und die Kunden können auch mehrstündige Sitzungen bequem meistern – für unsere Tattookunden ist uns das beste gerade gut genug. Leider ging jetzt bei einem unserer 7 Stühle ein Motor kaputt – und um dem netten Stuhlbauer die Anfahrt zu ersparen, haben wir den selber ausgebaut, zur Reperatur nach Österreich geschickt und weil jetzt mal etwas Zeit war auch wieder eingebaut… und schon ist wieder ein halber Arbeitstag rum, um den Normalzustand herzustellen.

Bei Frankys Besprechungstag vom letzten Montag habe ich ganz vergessen etwas zu erwähnen: vor bald 6 Jahren ist ein wirklich cooler Kunde – nennen wir ihn Thomas A. – mit uns auf die Tattooconvention Kassel gefahren, weil das für ihn damals die beste und schnellste Möglichkeit war, ein Portrait von seiner damals noch deutlich minderjährigen Tochter von Tibi auf die Brust tätowiert zu bekommen. Thomas ist die Kategorie Kunde, zu denen sich über die Jahre ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat – er hat einen guten Musikgeschmack, drückt dem richtigen Münchner Fußballverein die Daumen, fährt Motorrad und mag Tattoos – da macht das arbeiten Spaß und wir haben uns damals auf der Autofahrt schon bombig verstanden.

Jetzt war er wieder bei uns im Tattoostudio, als Begleitung für seine Tochter die wir ihm damals tätowiert haben: jetzt ist sie volljährig und möchte ein Tattoo von Franky haben und das wird 6 Jahre nach unserer ersten Begegnung geschehen. So schließt sich der Kreis…

Apropos Franky: der hat die „freien Tage“ genutzt, um seinem Verlobten mal eben schnell den Handrücken zu tätowieren, damit er auch schick ist für die Hochzeit der beiden. Arbeitstierte… schreibt der, der gerade im Tempel sitzt um Kundenfragen zu beantworten und die Page zu aktualisieren, am Ostersonntag…

Stephan Tempel