Das wir das erste mal vom Bundesverband Tattoo gehört haben, dürfte im Januar 2013 auf der Tattooexpo Zwickau von Randy Engelhard gewesen sein: Da lagen ein paar Flyer vom neugegründeten Bundesverband Tattoo aus. Informationen waren damals noch rar gesät, aber die Personen die hinter dem neu gegründeten Verband standen waren uns alle als „Macher“ in der Tattooszene bekannt – also schenkten wir ihnen gerne unser Vertrauen und wurden Mitglied im Bundesverband Tattoo.

Dass die Entscheidung richtig war, hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt – für viele am greifbarsten jedoch jetzt während der Corona-Krise: Während Ämter und Behörden größtenteils damit überfordert waren’s auch nur halbwegs korrekte rechtliche Aussagen zum Thema „Tätowieren während Corona“ zu treffen, war der Bundesverband Tattoo unermüdlich im Einsatz und damit beschäftigt, Rechtssichere Auskünfte für seine Mitglieder und alle Tätowierer zu bekommen – eine Mammut-Aufgabe in der Bundesrepublik Deutschland, wo jedes Bundesland eine eigen Verordnung bzw. Rechtsgrundlage erlassen hat.

Dass wir vor wenigen Wochen einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt haben um wieder arbeiten zu dürfen, dürften viele mitbekommen haben. Bevor wir am Montag den Antrag bei Gericht abgegeben haben, haben wir Samstag und Sonntag noch einmal mit Urban Slamal – bekannt als „Tattoo-Anwalt“ und äußerst engagiert im Bundesverband Tattoo – telefoniert für letzte Auskünfte. Urban war überhaupt in den letzten Wochen unermüdlich für die Tattoo-Szene im Einsatz. Ein Blick auf die Facebook-Seite vom Bundesverband und die unzähligen Fragen die dort beantwortet wurden verschafft darüber zumindest einen kleinen Einblick.

Wer übrigens meint, dass der Antrag überflüssig gewesen wäre weil Bayern ja zwei Tage später das Tattoo-Verbot ohnehin zurückgenommen hat:

Wir haben den Antrag am 04. Mai gestellt – dass Bayern zwei Tage später als eines der ersten Bundesländer das Tattoo-Verbot kippt, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten. Nordrhein-Westfalen z.B. hat vieles vor Bayern geöffnet (Fitness-Studios, Gastro, etc.) – aber das Tattooverbot erst am gestrigen 19.05. zurückgenommen – über zwei Wochen später.

Wie dem auch sei – der Bundesverband Tattoo ist seit Jahren unermüdlich für die Tattoszene im Einsatz und wird als eine der wenigen ernstzunehmenden Interessenvertretungen auch in den Bundestag für rechtliche Fragen zum Thema Tattoo eingeladen.

Der Verband hat mehr Unterstützung verdient als die rund 4000 Abonnenten auf Facebook- und auch mehr Mitglieder: Die Mitgliedschaft ist für Tattoo-Enthusiasten kostenlos, Tätowierer und Studiobesitzer zahlen einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 150,- Euro jährlich – die sind unserer Meinung nach sehr gut angelegt.

Mehr Informationen findet ihr unter www.bundesverband-tattoo.de

PS: Uns ist in den letzten Wochen öfters herangetragen worden, wir könnten doch eine Interessenvertretung für (Münchner) Tätowierer gründen. Auch wenn sich ein „Gründer der 1. Organisation Münchner Tätowierer“-Aufkleber an unserer Scheibe sehr schick machen würde, so sind wir der Meinung dass wir vom BVT optimal vertreten werden.