Die 20. BMXnet Conference im Rückblick
Die 20. BMXnet Conference in Berlin ging am 09.08.2026 zu Ende. Und während viele der Teilnehmer sich gerade noch auf dem Nachhauseweg befinden wird es hier Zeit für ein kleines Fazit aus der Perspektive des Tempel München Piercingstudios, denn ich - euer Chefpiercer Thomas -war von Mittwoch bis Sonntag für euch vor Ort.
Der Mittwoch auf dem BMXnet - Anmeldung und Opening Party
Am späten Nachmittag erreichte ich das Veranstaltungsforum Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel und gelangte nach kurzer Wartezeit an den Check-in. Nachdem mir Badge, Trinkflasche sowie die silberne und die goldene Nadel für die langjährige Mitgliedschaft im BMXnet ausgehändigt wurden. Bereits in den ersten Minuten wurde offensichtlich, dass sich auch in diesem Jahr allerlei Teilnehmer von internationalem Rang und Namen in die Hand gaben. Alte Bekannte wie z.B. das Team vom Trust Mannheim Piercingstudio, Claudia von der Piercingschule Hamburg, Andre vom Alternative Aesthetics in Leipzig, Axl von Inky&Stretchy oder auch Mike vom Hurt Industries in Bochum, Steve Haworth aus Arizona bereicherten den Abend ebenso wie auch neue Bekannte wie z.B. Byxe vom Brust oder Keule Studio in Berlin. Unter den anwesenden Speakern konnte ich ebenfalls viele mir bekannte Gesichter wie z.B. Ryan Oulette, Sala oder Becky Dill von der APP in Amerika, Janna Ansorge, Ansger Fritze von Mayduna oder auch Chandler Barnes vom ehemaligen Rusty Pigfoot in Berlin ausmachen. Der Abend machte Lust auf mehr, endete aber kurz nach Einbruch der Dunkelheit (wir sind schließlich keine 20 mehr).

Tag 1 auf der 20. BMXnet Conference
Der Donnerstag startete im Morgengrauen (um 11 Uhr) mit der ersten Veranstaltung. Um das Ganze hier nicht unnötig in die Länge zu ziehen fassen wir das hier einmal zusammen: Von einem geführten Erfahrungsaustausch zum Thema Piercings und Wissenschaft ging es über das Thema "Piercings im Wandel der letzten 26 Jahre" weiter zum Vortrag "Piercing aus Sicht eines Mediziners" zu dem aktuellen Leitfaden für sicheres Arbeiten im Piercingstudio. Schon 3 mal gesehen, wird aber jedes Jahr noch etwas aktueller. Auch heute wurde es nicht unnötig spät, denn der Freitag sollte es erfahrungsgemäß in sich haben.
Der 2. Tag auf der 20. BMXnet Conference startete etwas früher
Die Schonfrist war vorbei, der 2. Tag startete bereits einen Slot früher um 9 Uhr in der Früh und machte keine Gefangenen: Während wir unser Wissen über die Nachbehandlung von Piercings auf den neuesten Stand brachten bereiteten wir uns schon mental auf einen sehr umfangreichen Technikkurs über verschiedenste Formen von Bauchnabelpiercings vor. Eine kurze Pause später ging es dann in einen Vortrag der sich mit Eigenverantwortung und Berufsethik befasste. Im Anschluss befassten wir uns ausführlich mit dem Thema Kundenbindung und einer weiteren Technikveranstaltung über Hafadapiercings. Abends um 20:30 Uhr war dann für heute Schluss, es gab reichlich Input zu besprechen und zu diskutieren. Aber auch heute zog ich das nicht unnötig in die Länge, schließlich ging es an
Tag 3 der 20. BMXnet Conference
auch direkt wieder morgens um 9 Uhr mit einem straffen Programm weiter. Zum Aufwachen befassten wir uns in einer relativ kleinen Gruppe mit allen Themen rund um Konflikte und Verantwortungsstruktur im Studio. Vielschichtig und interessant, gerade wie Kollegen aus anderen Studios mit dem Thema umgehen. Nachdem es in Berlin die Tage auch extrem heiß war freuten wir uns in der Gruppe umso mehr, dass der folgende Vortrag im Außenbereich überdacht stattfand und sich ausführlich mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom befasste. Schwere Kost aber hochinteressant. Den Rest des Tages verbrachten wir nach der Mittagspause mit Veranstaltungen zum Thema Brustwarzenpiercings sowie einer offenen Diskussionsrunde der Unternehmer zur Frage, wohin sich unsere Branche entwickelt. Das Highlight des Tages bot mir persönlich die Klasse von Xhules aus Berlin, die sich mit dem Thema LGBT befasste. Sehr lebendig, sehr interessant - und sehr hilfreich, gerade für "ältere" Piercer die nicht viel Zeit auf TikTok verbringen. ;-) Damit war auch Tag 3 - leider - schon zu Ende und der
4. Tag der 20. BMXnet Conference
brach an. Leider reichte es heute nur noch für einen Vortrag von einem geschätzten Kollegen aus Neu-Isenburg bevor mein DB-Fahrplan mich zum Zug bat um die Heimreise anzutreten. Wie auch schon im letzten Jahr verlasse ich das BMXnet mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Fazit
Ich bin froh nun doch schon seit 19 Jahren zu piercen, das reduziert die Anzahl der Kurse die man unbedingt gesehen haben muss doch deutlich. Grundlagenkurse und Einsteigerseminare bergen nicht mehr viel Neues, parallel dazu finden genug Klassen statt die auch "alten Hasen" noch mehr als genug Neues vermitteln. Abgesehen davon befindet sich unsere Branche in einem ständigen Wandel: Gesetze ändern sich, die Kundschaft ändert sich. Technik verändert sich. Und das BMXnet verändert sich. Letzteres liegt aber vermutlich eher an mir. Nächstes Jahr wieder Berlin oder die APP-Conference in Las Vegas? Wir werden sehen :)

