Low-Season im Tattoo-Studio – oder „Einfach Sommer“

Die heiße Jahreszeit hat in Tattoo- und Piercingstudios (vor allem in den USA) einen eigenen Namen: Low-Season. Ein Grund zur Panik?

30. Mai 2026 Blog
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Low-Season im Tattoo-Studio – oder „Einfach Sommer“

Jedes Jahr wenn die Temperaturen draußen steigen und es auf die beiden Sommer-Monate mit „J“ am Anfang zugeht, dasselbe Schauspiel:

Die Temperaturen steigen, die Biergärten in München füllen sich, ebenso die Freibäder. Gleichzeitig geht das Kundenaufkommen in vielen Tattoo- und Piercingstudios spürbar zurück. Nicht nur in München, sondern auf der ganzen Welt.

Während man z.B. in Amerika dieses Phänomen schon ein paar Jahre kennt – dort gibt es dafür schon etwas länger den Begriff „Low-Season“ – ist man in Good Old Germany noch etwas hinterher und hier verfallen viele Tattoo- und Piercingstudios regelmäßig in Panik.

Die schlechteste Idee gegen die Flaut im Tattoo- und Piercing-Studio – Rabatte

Viele kontern das mit Rabatten. Meiner Meinung nach eine nicht zu Ende durchdachte Idee: Wer ein Tattoo- oder ein Piercing gestochen haben möchte, der will es. Egal ob es jetzt den vollen Preis kostet oder 20% weniger. Wer wegen den Temperaturen und den mit frischem Tattoo oder Piercing zwangsläufig kommenden Einschränkungen (Schwimmen, Sonnenbaden) gerade keine Lust auf Hautschmuck hat, der holt sich auch keinen, weil er ein paar Prozente billiger ist.

Oder habt ihr schon mal gesehen, dass eine Eisdiele im Winter ihr Eis billiger verkauft? Vermutlich nicht.

Wie gehen wir im Tempel München Piercing & Tattoo mit der Low-Season um?

Bei uns gehört der Sommer seit jeher zur Jahresplanung. Wir planen mit unseren Tätowierern und Piercern seit Jahren so, dass sich im Herbst und Winter eher Überstunden ansammeln. Und weisen bereits beim Einstellungsgespräch darauf hin, dass längere Urlaube im Winter bei uns schwierig sind. Wir sind in dieser Zeit ohnehin stark frequentiert, dazu kommen die unvermeidlichen Krankheiten.

Da sammeln sich zwangsläufig Überstunden an – bei schlechtem Wetter. Und wenn draußen die Temperaturen steigen, werden die Überstunden wieder abgebaut. Schichten von Haus aus kürzer eingeplant. Kein schlechter Deal für die Mitarbeiter.

Die, die dageblieben sind machen in der Zeit Verschönerungsarbeiten. Damit das Studio noch einladender für die Kunden wird - wie man hier im Video sehen kann:

Low Season im Tempel München

Die warmen Monate sind keine Zeit für Panik, sondern die Zeit des Ausgleichs

Wer Angst hat, dass Tattoos oder Piercings unbeliebter geworden sind, verkennt die Zahlen. Tattoos sind heute z.B. gesellschaftlicher akzeptierter und weiter verbreitet denn je. Auch die Lust nach frischen Tattoos ist ungebrochen. Allerdings kämpfen halt auch immer mehr Tätowierer um die Kunden.

Die Anzahl der Studios in München und vor allem der Tätowierer hat sich seit unserer Eröffnung vor bald 19 Jahren locker verzehnfacht. Nur gut zu sein reicht heute nicht mehr. Aber das ist ein anderes Thema.

Die aktuelle ruhige Zeit ist auf jeden Fall kein Anlass, um in Panik zu verfallen. Genießt das Wetter. Kürzt eure Öffnungs- oder Arbeitszeiten.

Erholt euch und tankt Sonne und Energie für den Herbst und Winter. In ein paar Wochen geht der Run auf Tattoos und Piercings wieder los – wie jedes Jahr, nach dem Sommer.

Stephan Tempel