Das Organspende-Tattoo ist kein rechtlicher Nachweis für Spenderwillen
Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Tattoo, das ihre Bereitschaft zur Organspende symbolisiert. Das sogenannte Organspende-Tattoo ist in den vergangenen Jahren zu einem starken Zeichen für Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung geworden. Auch wir vom Tempel München haben an mehreren Aktionstagen weit über 100 Organspende-Tattoos gestochen. Aber: Ein Tattoo allein gilt in Deutschland rechtlich nicht als Zustimmung zur Organspende wie ntv.de berichtet und worauf auch der Verein Junge Helden e.V. immer wieder hinweist.
Was bedeutet das Organspende-Tattoo?
Das bekannte Symbol der Initiative OPT.INK besteht aus zwei Halbkreisen, die zusammen einen vollständigen Kreis bilden. Es steht für die persönliche Entscheidung, nach dem Tod Organe spenden zu wollen und soll vor allem Gespräche über dieses wichtige Thema anregen. Tausende Menschen tragen das Motiv bereits als dauerhaftes Statement auf ihrer Haut.
Warum reicht das Tattoo allein nicht aus?
So aussagekräftig das Motiv auch ist, ersetzt es rechtlich keinen Organspendeausweis und keinen Eintrag im Organspende-Register. ÄrztInnen dürfen ein Tattoo nicht als verbindliche Einwilligung zur Organentnahme werten. Es kann lediglich als Hinweis auf den mutmaßlichen Willen dienen, wenn Angehörige eine Entscheidung treffen müssen.
Wer seine Entscheidung eindeutig dokumentieren möchte, sollte zusätzlich einen Organspendeausweis ausfüllen, die Entscheidung im Organspende-Register hinterlegen und mit seinen Angehörigen darüber sprechen und eine entsprechende Patientenverfügung hinterlegen.
ORganspende-Tattoo: Tattoo mit Bedeutung
Für viele Menschen sind Tattoos weit mehr als Körperschmuck. Sie erzählen Geschichten, erinnern an besondere Momente oder stehen für persönliche Überzeugungen. Das Organspende-Tattoo gehört zu den Motiven, die eine klare Botschaft vermitteln und gleichzeitig Aufmerksamkeit für ein gesellschaftlich wichtiges Thema schaffen.
Im Tempel München erfahren wir viele Geschichten die hinter einzelnen Tattoos unserer Kunden stecken. Aber gerade an den Aktionstagen des Organspende-Tattoos haben wir einige Hintergrundinfos gehört, die uns sehr berührt haben. Geschichten mit Happy End. Und eben auch traurige Geschichten.
Wie läuft das im Tempel München mit dem Organspende-Tattoo eigentlich ab?
Die schlechte Nachricht zuerst: Einzeln und komplett gratis stechen wir das Opt.Ink-Tattoo nicht mehr. Wir haben weit über 100 Stück tätowiert, und die Nachfrage ist einfach zu groß. Die meisten unserer Tätowierer sowohl am Rosenheimer Platz als auch in den Pasing Arcaden sind aber gerne bereit, im Rahmen eines größeren Tattootermins das Organspende-Tattoo in derselben Sitzung einfach kostenlos mit zu tätowieren. Und selbstverständlich können für Organspende-Tattoos ganz normale reguläre Termine vereinbart werden.
Fazit
Ein Organspende-Tattoo ist ein starkes Zeichen für Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass es keine rechtsgültige Zustimmung zur Organspende ersetzt. Wer seine Entscheidung verbindlich festhalten möchte, sollte zusätzlich offizielle Möglichkeiten wie den Organspendeausweis oder das Organspende-Register nutzen.
