Tattoo - Copycats - als die Kopie vor dem Original tätowiert wurde - oder ein Lied rückwärts

Tattoo - Copycats - also Kopien von eigentlich für Kunden entworfene Custom-Tattoos - begleiten uns im Tempel München seit vielen Jahren

31. Mai 2026 Blog
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Tattoo – Copycats – als die Kopie vor dem Original tätowiert wurde. Oder ein Lied spiegelverkehrt als Tattoo auf einem Kunden gestochen wurde


Tattoo Copycats beschäftigen uns im Tempel München Tattoostudio schon viele Jahre. Offensichtlich hatten und haben wir das Glück, dass wir mit überdurchschnittlich talentierten und kreativen Tätowierern gesegnet sind. Anders ist es kaum zu erklären, warum unsere Tattoos so oft kopiert wurden und werden. In dem folgendem Artikel hier jetzt ein paar Beispiele

Als die Tattoo-Kopie vor dem Original tätowiert wurde

Ein besonders trauriger Fall ereignete sich, als Julia für ein von ihr entworfenes Motiv (sog. Wana-Do-Tattoo) via Internet eine Trägerin suchte. Es meldete sich eine andere Tätowiererin, die dieses Motiv gerne tragen wollen würde und man vereinbarte einen Tattoo-Termin für in sieben Wochen.

Als Julia dann nach der ersten Sitzung den „In Progress-Satus“ postete -es war farblich noch einmal etwas verändert worden – staunten wir nicht schlecht, als wir in den Kommentaren darauf hingewiesen wurden, dass man ein sehr ähnliches Tattoo erst vor ein paar Tagen gesehen hätte. Und tatsächlich: Ein anderes Mädel trug bereits das fertige Tattoo – eine 1:1 Kopie von Julias Entwurf.

Keine Einsicht – sondern ein unglaublicher Shitstorm durch die Kunden des Copycats

Wir machten den Fall öffentlich, unterschätzten aber damals die Wucht von Social- Media: Ein paar Tempel-Kunden gab dem Copycat für seinen Diebstahl eine schlechte Bewertung. Was diesen dazu brachte, seine Kunden aufzufordern uns eine schlechte Bewertung zu geben. Wir bekamen mehr als 100 1-Sterne-Bewertungen auf Facebook und etliche böse Kommentare. Obwohl es bereits im Jahre 2014 war - die Bewertungen vermiesen unseren Schnitt bis heute.

Besonders bitter: Die Kundin hat das Original-Tattoo covern lassen

Besonders schlecht ist die Geschichte für die Kundin gelaufen, die den Original-Entwurf von Julia haben wollte. Als sie erfuhr, dass das Design bereits ein weiteres Mal gestochen wurde, machte sie das sehr traurig. Sie hatte sich auf ein Unikat gefreut und wollte auch ein Unikat tragen. Sie hat das Tattoo dann Jahre später covern lassen, was natürlich mit weiteren Kosten und Schmerzen verbunden war.

Unsere Gedanken zum Thema Copycat haben wir dann in einem extra-Artikel niedergeschrieben:

Tattoo-Copycats

Der nächste Copycat – und schon wird ein Lied rückwärts abgespielt

Auch ein von Julia für eine Kundin designtes Herz mit Kopfhörern wurde mehrfach kopiert. Besonders „lustig“ – einmal wurde es gespiegelt. Zwar dachte der Tätowierer daran die Striche von den Noten anders zu setzen, aber die Noten ergeben so keinerlei Sinn bzw. wird das Lied rückwärts abgespielt. Vom gespiegelten Schriftzug im Kopfhörer ganz zu schweigen…

La Catrinas von Tibor Szalai – sehr oft kopiert, nie erreicht

Unzählige Male wurden auch die La Catrinas von Tibor Szalai kopiert. Tibi nahm für jede La Catrina ein Gesicht von einer hübschen Frau und zeichnete daraus eine La Catrina – damit jeder Kunde ein Original hat. Wie oft diese dann kopiert wurden, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.



Nach ein paar Jahren musste wir einsehen, dass der Kampf gegen Copycats bei Tattoos leider ein Kampf gegen Windmühlen ist. Bei den meisten Tätowierern und auch Kunden gibt es diesbezüglich keinerlei Unrechtsbewusstsein. Das ist das Fazit aus hunderten Diskussionen im Studioalltag.

Man sieht es ja auch bei Plagiaten von Luxusartikeln – sie sind begehrt, sie werden gekauft, es ist ein Milliardengeschäft. Wir haben unseren Kampf gegen Kopien aufgegeben bzw. machen Plagiaten nicht mehr öffentlich. Nutzen und möglicher Schaden stehen leider in keinem Verhältnis.