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Das „Tätowiermagazin“ war das erste – die erste Ausgabe erschien vor über 26 Jahren – und sicherlich Diskussionslos das Beste deutschsprachige Tattoo-Magazin, welches ich seinerzeit zufällig ab der ersten Ausgabe am Bahnhofskiosk erspähte und mit kurzen Unterbrechungen bis zum heutigen Tage gelesen habe.

Dass es um das Tätowiermagazin ernst steht, war spätestens Anfang des Jahres jedem ersichtlich: Zu diesem Zeitpunkt musste der Huber-Verlag (zu dem auch Zeitschriften wie die BikersNews gehör(t)en) einen Insolvenzantrag stellen, aber es sah wohl eine Zeitlang so aus, als ob es zumindest für das Tätowiermagazin weitergehen würde. Die Corona-Krise hat jetzt wohl potentielle Investoren abgeschreckt, so dass nunmehr das Aus für den Huber-Verlag verkündet wurde – womit vermutlich auch das endgültige Aus für das Printmedium „Tätowiermagazin“ besiegelt worden ist.

Uns macht das betroffen und traurig – stirbt damit doch wieder ein Stück unserer Jugend und zugleich ein Stück Tattoo-Geschichte bzw. Tattooszene in Deutschland.

Folgende – vom Herzen kommende – Zeilen haben wir dem Tätowiermagazin nach der Verkündung des Endes auf die Facebook-Pinwand geschrieben:

Oh Mann,

was für beschissene Nachrichten, wenn auch leider nicht mehr wirklich überraschend.

Es ist verdammt schade, denn Instagram ersetzt keine gut recherchierten Artikel und in den alten Ausgaben werden wir noch dann gerne stöbern und in Erinnerungen an Tattoomessen oder Tätowierer-Legenden schwelgen, wenn viele Bilder mit Hashtags schon längst im digitalen Nirvana verschwunden sind.

Über 25 Jahre haben wir euch – ab der ersten Ausgabe – sehr gerne gelesen. Was damals unvorstellbar war – irgendwann wurde auf einmal über uns selber im Tätowiermagazin berichtet. Stolz wie Nachbars Lumpi waren wir – und sind es noch heute. Was haben wir uns gefreut, Traveling-Mic im Ausland auf Messen zu treffen, was haben wir uns mit Dirk-Boris in Leserbriefen gefetzt, wie stolz waren – und sind – wir darauf, es mit zwei Tattoo-Azubis bis auf den 2. Platz im Nachwuchs-Contest geschafft zu haben.

Mit dem mit Abstand bestem Deutschen Printmedium zum Thema Tattoos stirbt auch wieder ein großes Stück von dem, was man in Deutschland unter Tattoo-Szene versteht.

Sehr schade drum. Danke für alles!

Dem Huber-Verlag bzw. den Angestellten alles Gute in diesen Zeiten, die „Dank Corona“ sicherlich nicht leichter geworden sind.

Stephan/Tempel München