Rock´n Ink Chemnitz 2014 – Tattoo Convention & Festival

Vor zehn Jahren fand eine der besten Kombinationen aus Festival und Tattoomesse statt: Das Rocken Ink Chemnitz - Zeit für eine Rückschau

11. September 2024 News
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Rock´n Ink Chemnitz 2014 – Tattoo Convention & Festival - die Rückschau auf eine der besten Tattoomessen

Eine schwere Entscheidung musste für das zweite September-Wochenende im Jahre 2014 gefällt werden. Zur Auswahl standen sowohl die Tattoomesse in Eggenfelden als auch eine Mischung aus Tattoo Convention & Rock-Festival in Chemnitz mit dem Rock´n Ink.

Beides damals Top-Tattoo Conventions, wobei in Chemnitz wie in der Einleitung bereits geschrieben noch ein Rock-Festival mit dabei war. Die Namen der Bands klangen vielversprechend, ebenso die Namen der anreisenden Tätowierer. So wurde Eggenfelden ganz knapp zweiter – dorthin schickten wir Mate & Attila – und ich fuhr u.a. mit Julia und Tibi nach Chemnitz.

Klangvolle Tätowierer Namen in Chemnitz beim Rock´n Ink

Pavel Angel, Roman Abrego, George Mavrides, Benjamin Laukis aber auch Alexander Pashkov (der kurz zuvor den Tattoo-Sleeve bei Julia beendet hatte) – wie so oft hatte es Randy Engelhard geschafft, durch seine guten internationalen Kontakte Internationale Top-Tätowierer in eine Ostdeutsche Kleinstadt zu holen. Das kannte man ja schon von der (inzwischen leider ebenfalls eingestellten) Tattooexpo Zwickau, war aber immer wieder auf's Neue beeindruckend.

Klangvolle Bands waren ebenso auf dem Festival vertreten

Aber auch für Freunde guter Musik waren klangvolle Namen dabei. So unter anderem die V8 Wankers, Mad Sin, Sham 96 oder Die Kassierer. Letztere sollten für besonders ungläubige Blicke bei den Tätowierern aus dem Ausland sorgen.

Extrem günstiger Eintrittspreis zum Rock´n Ink

Das ganze gab es dann noch zu einem sensationellen Eintrittspreis von 25,- Euro für ein Wochenenendticket bzw. 12,- Euro für ein Tagesticket. Was sich in den Besucherzahlen allerdings nur zum Teil zeigte. Der Samstag war sehr gut besucht, aber an den anderen Tagen war dann doch noch deutlich Luft nach oben. Einige Tätowierer tätowierten sich Mangels Kundschaft kurzerhand selbst.

Vermutlich dürften die Besucherzahlen auch einer der Gründe dafür sein, dass das Rock´n Ink nach diesem Jahr nur noch zweimal stattfand, bevor das Festival eingestellt wurde.

Tattoo Messe – zum Feiern und zum Austausch

Da ich an unserem Stand nicht viel zu arbeiten hatte - Julia und Tibi waren mit Kunden versorgt und viel mehr Nachfrage war nicht - blieb jede Menge Zeit, den großen Tätowierern beim Arbeiten zuzusehen und Kontakte zu knüpfen.




Mit ein paar hervorragenden Ostdeutschen Tätowierern wurden Guestspots vereinbart, außerdem hatten wir jetzt endlich einmal Gelegenheit, die Tadoo-Stühle ausführlich zu testen, die uns schon vor ein paar Monaten auf der Tattooconvention Ingolstadt aufgefallen waren.

Das war der Beginn einer tollen Partnerschaft. Inzwischen stehen im Tempel München insgesamt 22 Stühle von Tadoo. Reini der Inhaber versorgte uns auf vielen internationalen Messen mit seinen Stühlen, weil er selber immer mit einem Transporter vor Ort war. Aber auch ansonsten hat sich die Fahrt gelohnt – die Messe war Top organisiert, die Bands heizten ordentlich ein und wir haben viele tolle Kontakte geknüpft.

Besonders im Gedächtnis ist mir eine Szene geblieben, beim Konzert der Kassierer. Ein Bandmitglied zog sich ein Kondom über den Kopf und tat so, als würde er mit diesem in den - entblößten - Hintern von einem anderen Bandmitglied kriechen wollen. Dass so eine "künstlerische Darbietung" z.B. in Russland oder den USA nicht zum Alltag gehört, dürfte klar sein - entsprechend groß waren die Augen einiger Tätowierer. Auch dass der Sänger Wölfi die meiste Zeit oben ohne und zeitweilig auch unten ohne da stand, sorgte für ungläubige Gesichter.

Das Rock´n Ink war auf jeden Fall eine der Veranstaltungen, die im Gedächtnis geblieben ist. Schade, dass es nicht mehr stattfindet - da wären wir vermutlich durchaus noch öfters hingefahren.

Stephan Tempel