29. Berlin Tattoo-Convention – 02. bis 04.08.2019

Die Tattoo-Convention Berlin ist nicht nur eine der ältesten und traditionsreichsten in Deutschland – sie fand bereits zum 29. male statt und alleine schon die Domain www.tattoo-convention.de ist einfach mal eine Ansage – sie ist auch eine der besten und mit der „härtesten Tür“: Wer hier dabei ist, der hat definitiv was drauf.

Auch von der Location gehört die Tattoomesse Berlin zu meinen liebsten Veranstaltungsorten: die Tattooconvention findet immer in der Arena Berlin statt, das ist ein ehemaliger Omnibus-Betriebshof, direkt an der Spree gelegen. Alleine schon die Freifläche mit Blick auf die Spree bzw. dem Badeschiff wo das ganze kulinarische Angebot, eine kleine Bühne und eine Graffiti-Fläche aufgebaut ist, ist für viele Tätowierer schon ein Grund für die Anreise – auch wenn sie selbst dort gar nicht ausstellen bzw arbeiten.

Neben mehr als 300 Tätowierern sind in der Arena natürlich auch die obligatorischen Tattoo-Supplier, aber z.B. auch der Stand vom Bundesverband Tattoo zu finden. Viele Tattoo-Supplier oder Tattoo-Maschinen-Hersteller präsentieren sich mit sehr großen Ständen – allen vorran natürlich „Cheyenne-Tattoomaschinen“ die einen riesigen Stand bzw. ein großes Areal für „ihre“ Tätowierer hatte – aber auch der Stand von „Lucky Monkey“ fiel riesig aus. Auch ein Tätowierer vom Tempel arbeitete am Stand von einem seiner Sponsoren – Tibi arbeitete am Stand von „Bishop“.

Außerdem waren wir mit Dydy & Annika noch an unserem Tempel-Stand vertreten – drei Tätowierer sind dann doch eine recht ordentliche Anzahl. Warum Annika flog, Tibi sowie Dydy & Markus mit dem Auto fuhren und ich mit dem Zug anreiste könnt ihr in unserem Tempel-Tagebuch nachlesen – quasi „Behind the Scenes“.

Wie auf (fast) jeder Tattooconvention gab es für die Besucher nicht nur die Tätowierer – hier eben durch die Bank sehr, sehr gute – sondern auch andere Künstler, das schon erwähnte Graffiti, Bodypainting, Bands und natürlich Tattoo-Contests – wobei die Contest-Geschichte meiner Meinung nach durch ist:

Das Niveau ist inzwischen auf den guten Tattoomessen so unfassbar hoch, dass es meiner Meinung nahezu unmöglich ist zu sagen, wer das beste Tattoo gestochen bzw. dort präsentiert hat: Wenn in einem Best of Black & Grey-Contest mehrere Dutzend Weltklasse-Portraits gezeigt werden, dann ist es für die Jury einfach nur eine sehr undankbare Aufgabe, hier das beste Tattoo herauszusuchen. Ich habe mir selbst schon lange keinen Tattoocontest mehr (vollständig) angeschaut weil ich mir die Tattoos und ihren Entstehungsprozess ohnehin schon tagsüber ausführlich anschaue – und wer dann als bestes Tattoo herausgepickt wird, interessiert mich einfach nicht. Jetzt in dem Moment wo ich diesen Bericht schreibe, weiß ich nicht einmal ob von uns jemand beim Tattoocontest mitgemacht hat.

Das ist meine Sichtweise und betrifft die Tätowierer. Für die Besucher einer Tattoomesse ist es natürlich eine tolle Geschichte, wenn sie in kürzester Zeit auf einer Bühne sehr viele sehr, sehr gute Tattoos präsentiert bekommen.

Was bleibt als Fazit? Die Tattooconvention Berlin ist ebenso wie Frankfurt oder Zwickau eine der drei Pflichtveranstaltungen für Tattoobegeisterte in Deutschland – wobei Berlin sich mit dem August definitiv das schönste Wetter herausgesucht hat. Wir sehen uns dann wieder nächstes Jahr zur 30. Tattooconvention Berlin.

PS: Dass die Berliner Zeitung aus einem Swastika-Tattoo – getragen von einer Dame mit einer langen Rasta-Frisur – einen „Nazi-Skandal bei der Tattoo-Convention Berlin“ machte, wird der tollen Veranstaltung nicht gerecht. Zu offensichtlich ist, dass die Trägerin hier keinerlei politisches Statement, sondern eben eine Swastika trägt – wobei ich persönlich Swastika-Tattoos auch sehr kritisch sehe. Aber das ist mir dann doch mal einen Extra-Artikel Wert, den ich an dieser Stelle verlinke: Swastika oder Hakenkreuz – das „Nazi-Tattoo“ in Berlin

Stephan Tempel