Tempel München Piercing & Tattoo von der Gründung bis heute

Stand August 2020

Historie:

Frühjahr 2007, zwei Brüder – selber gepierct und großflächig tätowiert seit Mitte der 90er – beschließen ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und mitten in München ein reines Piercingstudio zu eröffnen.  Dort wollten sie Piercings in bester Qualität anbieten – doch davor musste eine Piercing-Ausbildung her: die genauen Details dazu könnt ihr unter der Vorstellung von Piercer Thomas nachlesen.

Entgegen sämtlicher Prognosen von außen funktionierte das Konzept „Piercen soll der, der das ausschließlich macht und davon Ahnung hat, nicht der Tätowierer, Friseur oder Arzt nebenbei“ – doch irgendwie waren in den Köpfen der Menschen noch eines ganz fest verankert: „Piercing… da gehören doch Tattoos mit dazu“ – und so kamen aus dem immer größer werdenden Piercing-Kundenstamm immer häufiger die Fragen nach Tattoos.

Was lag also näher, als nach dem Piercen auch noch das Tätowieren zu lernen?

Einiges… z.B., sich richtig fähige Tätowierer zu suchen, damit sich die Brüder weiterhin ordentlich um ihren Bereich kümmern konnten – so kam der erste Gasttätowierer zum Tempel nach München, kurze Zeit später dann der erste feste Tätowierer – und er ist bis zum heutigen Tage im Tempel geblieben: Jimmy

Offensichtlich bewies man nicht nur beim Piercing sondern auch bei der Wahl der Tätowierer ein geschicktes Händchen, denn schon bald wurde die Nachfrage nach Tattoos immer größer und der Tempel in der Rosenheimer Straße 65 somit zu klein.

Betrachten wir es als glückliche Fügung, dass ungefähr zu diesem Zeitraum quasi schräg gegenüber deutlich größere Räumlichkeiten frei wurden und der Tempel somit seine Pforten in der Nummer 65 schloß, um sie in der Rosenheimer Straße 70 größer und schöner wieder aufzusperren.

Tempel München verabschiedet sich aus der Rosenheimer Strasse Nr. 65 in München

Tempel München - die letzten Züge der Renovierung vor dem Umzug 2010

Tempel München Piercing & Tattoo - der Umzug

Der Umzug, die damit verbundenen größeren und schöneren Räumlichkeiten & Arbeitsplätze gaben dem Tempel einen weiteren Schub, zudem hatte der erst Stammtätowierer im Tempel im Internet einen außergewöhnlich talentierten Tätowierer gefunden: Tibor „Tibi“ Szalai. Nach nur einem Tag zur Probe-Arbeiten hatte der Tempel einen weiteren Tätowierer und Tibi ein neues Zuhause – ein weiterer, ungeheurer Schub für den Tempel.

Ebenfalls im Tempel-Team angekommen waren unsere damaligen Auszubildenden:

Im Piercing-Bereich Jasmin (die den Tempel wegen ihrem Studium im Jahre 2020 nach langer Betriebszugehörigkeit verlassen und das Piercen komplett aufgegeben hat) und im Tattoo-Bereich Annika & Julia – beide arbeiten auch heute noch im Tempel, sind aber über den Azubi-Status schon viele Jahre hinaus. Julia belegte während ihrer Ausbildungszeit im Jahre 2013 so nebenbei den zweiten Platz im Tätowier-Magazin-Nachwuchscontest – ein Wettbewerb, wo im gesamten deutschsprachigen Raum der beste Nachwuchstätowierer gesucht wird und eine hohe Auszeichnung.

Zeitgleich kamen unzählige Tattoo-Messen, die ersten Auszeichnungen, die ersten Erwähnungen in den Magazinen und bald schon ganze Reportagen. Dadurch wurde der Tempel noch größer, übte eine ungeheuere Anziehungskraft auf Kunden sowie weitere Tätowierer aus, zudem fand sich noch eine weitere Piercerin ein – der Tempel war erneut zu klein geworden.

So eröffnete 2012 den Tempel München-West in Puchheim und erfreute sich schnell eines großen Kundenstammes – doch leider entwickelte sich die Personalsituation konträr zum Kundenaufkommen: die Piercerin zog es wieder nach Hamburg und den zwischenzeitlich dazu gekommenen Tätowierer Tobi nach Berlin – und das Kundenaufkommen am Rosenheimer Platz stieg beständig an.

Nicht ganz unschuldig daran waren unsere vielen Messebesuche –  2013 waren wir z.B. mit fünfzig Messen in acht Ländern auf drei Kontinenten unterwegs (und haben dort mehr Auszeichnungen erhalten als wir an Messen teilgenommen haben).

Unterm Strich waren zwei Studios einfach zuviel Arbeit und so schloss im Mai 2016 der Tempel in Puchheim seine Pforten – eigentlich ein Wahnsinn ein gut laufendes Tattoostudio zu schließen, aber das Arbeitsaufkommen war zu den gewohnten Qualitätsmaßstäben einfach nicht mehr zu bewältigen.

Somit war der Tempel wieder ein Stückchen kleiner, aber deswegen sicherlich nicht schlechter geworden – ganz im Gegenteil: Die ganze Energie konnte wieder in ein Tattoo- und Piercingstudio gesteckt werden, zuvor hatte alleine schon die Personal- und Vertretungsplanung für zwei Studios durch die unzähligen Tattoomessen viel, viel Zeit gekostet.

2018 wurde dann durch eine glückliche Fügung des Schicksals genau gegenüber des Tempel in der Rosenheimer Straße 70 eine große Ladenfläche frei, auf die der Tempel schon lange ein Auge geworfen hatte, immer mit dem Hintergedanken dort vielleicht noch einmal eine Tattoo-Galerie sowie einen Fortbildungsraum für Tätowierer zu eröffnen.

Nach vielen Überlegungen, Abwägungen und der Erstellung eines Konzeptes wurde der Mietvertrag schließlich unterschrieben – um den Status der eigenständigen Galerie zu unterstreichen bekam das Baby einen eigenen Namen: The Next Level. Den genauen Hintergrund dazu und wie es dort aktuell läuft findet ihr in diesem extra Artikel:

Nahezu zeitgleich wurde im Tempel beschlossen, nach rund einem Dutzend Jahren ständig „On the Road“ die Tattoomesse-besuche drastisch einzuschränken bzw. überhaupt keine Tattoomessen mehr als Tattoostudio anzufahren. Die Luft war im Tempel etwas raus, in den Schränken im Keller weit über 100 gewonnene Auszeichnungen der letzten Jahre – die Zeit & Energie die Tattoomessen kosten, sollten lieber wieder ins Studio gesteckt werden:  Die letzten Messen die der Tempel dann eigentlich anfahren wollte, wurden dann Anfang 2020 wegen Corona abgesagt – die schwerste Krise in der Geschichte des Tempels kam plötzlich:

Ein Umsatzeinbruch von 100% von heute auf morgen – damit hatte niemand gerechnet und hat den Tempel viele Nächte Schlaf, unzählige Nerven und natürlich auch sehr viel an Geld gekostet – trotz der umfangreichen Hilfe vom Staat, die an dieser Stelle nicht verschwiegen werden soll.

Doch der Tempel wäre nicht der Tempel und würde nicht da stehen wo er heute steht, wenn die Crew sich schimpfend & heulend in einem Eck verkrochen hätten: Die Zwangspause wurde genutzt um den Tempel noch schöner zu machen und zu renovieren, zudem wurden täglich telefonische Beratungen oder Video-Support angeboten, wenn mal wieder irgendwo ein Piercing zwickte.

Zeitgleich wurde wir in einem sensationellen Team-Work das „Erde vs Corona“-Motiv, welches die Azubine Jenny hervorragend umsetzte:

Tempel München - Erde vs. Corona

Dann kam der unfassbar gigantische Support der Tempel-Gemeinde: Um Einnahmen zu generieren wurde das Erde vs. Corona – Motiv als Print und als Maske verkauft, klar deklariert als Support-Artikel – und der Support war gigantisch: Zeitweise sah es im Tempel aus wie in einem Postamt – hunderte Briefe wollten verschickt werden.

Fast noch wichtiger als die dadurch verbundenen Einnahmen war für die Tempel-Crews das Gefühl, dass die Arbeit den Leute da draußen etwas bedeutet und der Tempel nicht alleine dasteht. Vielen Dank noch einmal dafür!

Gegenwart:

Aktuell ist der Tempel sowohl quantitativ als auch qualitativ so gut besetzt wie nie zuvor – mit drei hauptberuflichen Piercerinnen, unserem Piercer Andi, den Tätowierern Annika, Attila, Basti, Jimmy, Julia, Mate, Miksa, Noa, , Tibi, Tom & Wolfgang sowie den Tattoo-Azubis Jenny & Moe (letzteren hat Basti mitgebracht, irgendwann werden die beiden ihr eigenes Tattoostudio machen – aber so lange gehören sie zur Familie).

Aufgezählt wurden hierbei nur Tätowierer die regelmäßig (mindestens einmal im Monat für eine Woche) im Tempel arbeiten – unsere hochkarätigen Gäste die seltener zu Besuch kommen bewerben wir nicht als „Tempel-Artists“.

…und dann sind dann ja noch Robert der hervorragende Tattoo-Beratungen & Kundenbetreuung macht und die beiden Gründer, Thomas & Stephan… wenn alle gemeinsam da sind, sind 20 Leute im Tempel & TNL zeitgleich – ein positiver Wahnsinn, aber zugleich auch die Garantie für (fast) jeden Kunden bzw. gewünschte Stilrichtung den passenden Tätowierer oder Piercer zu finden.

Zukunft:

Man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist… das wäre vermutlich jetzt. Aufhören wird der Tempel so schnell mit Sicherheit nicht, aber doch den einen oder anderen Gang runterschalten. Auch wenn die Gerüchte diesbezüglich nie verstummen werden: Der Tempel wird keine weiteren Studios mehr aufmachen – die Crew kümmert sich lieber vernünftig um das Tattoostudio bzw. Studio mit angeschlossener Galerie das jetzt vorhanden ist.

Der Tempel ist in den letzten 13 Jahren groß geworden, aber nicht zu groß: Weitere Vergrößerungen sind nicht mehr geplant, nur den Standard bei der Qualität soll sofern möglich immer noch ein Stückchen höher gesetzt werden, damit auch in Zukunft das weitergeführt werden kann, was 2007 so klein begonnen hat:

Beste Qualität bei Piercings und Tattoos in München.

Für die Crew,

Thomas & Stephan Tempel, Sommer 2020