Vorwort zur richtigen Piercingpflege

Die richtige Piercingpflege ist das absolute A und O einer erfolgreichen Heilung! Durch unsere sterile Arbeitsweise und die Gegebenheiten in unseren Piercingräumen stellen wir die Weichen für ein optimales Ergebnis. Ab dem Moment, in dem die/der Kund*in das Studio verlässt, endet leider unsere Einflussmöglichkeit. Damit überlassen wir aber noch lange nichts dem Zufall! Auf dieser Seite erklären wir ausführlich, was die Grundlagen für eine erfolgreiche Piercingpflege sind. Darüber hinaus erklären wir alle Besonderheiten zur Pflege der einzelnen Piercings auf den jeweiligen Seiten.

Das notwendige Set-Up für die richtige Piercingpflege – bei uns immer im Piercingpreis enthalten!

Selbstverständlich klären wir zu jedem Piercing noch einmal umfassend über die notwendigen Pflegeschritte auf. Einerseits über die allgemeine Pflege; Andererseits über die jeweils individuellen Maßnahmen der betroffenen Piercings. Darüber hinaus geben wir zu jedem Piercing eine schriftliche Anleitung zur Piercingpflege in Stichpunkten mit. Zusätzlich ist auf dieser unsere Notfallnummer vermerkt, unter der wir im Ernstfall 24h erreichbar sind. Diese Nummer wird extrem selten gebraucht! Jedoch lassen wir unsere Kunden nicht im Regen stehen und sind – auch nacherfolgreicher Abheilung! – weiterhin der Ansprechpartner No. 1.

Auch das Pflegemittel ist natürlich mit dabei!

Wir schicken unsere Kunden nach dem Piercen nicht in die Apotheke, ganz sicher nicht. Wir geben zu jedem Piercing das für die Piercingpflege notwendige Pflegemittel mit. Je nach Piercing als Spray (Easypiercing Antibacterial) oder Mundspülung (Easypiercing Mouthwash). Beides sind keine Arzneimittel und daher nicht apothekenpflichtig! Darüber hinaus sind uns allergische Reaktionen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln nicht bekannt. Wir händigen für die Piercingpflege ausschließlich Pflegemittel aus, denen wir selbst zu 100% vertrauen und die wir selbst zur Pflege verwenden!

Die richtige Piercingpflege und Nachbehandlung

Haut-, Intim- und Knorpelpiercings

In den ersten vier Wochen gilt besonders:

Im ersten Schritt ist das frische Piercing morgens und abends gleichermassen vorsichtig wie gründlich zu reinigen. Unserer Erfahrung nach eignen sich hierfür lauwarmes Wasser und ein Wattestäbchen am Besten. Optimal eignen sich hierfür sogenannte “Kosmetikstäbchen”. Diese haben eine dünne und eine flache Seite und fusseln nicht. Etwaige Krusten und Ablagerungen lassen sich so problemlos entfernen. Bitte auf keinen Fall mit ungewaschenen Fingern und Fingernägeln daran herumkratzen. Auch Bewegung in Form von Drehen und Hin- und Herschieben ist vollkommen unnötig und der Heilung eher hinderlich. Anschließend kommt unser Piercingspray zum Einsatz: Einfach einen kurzen Sprühstoß direkt auftragen und einwirken lassen. Andere Mittel als Ergänzung sind pauschal nicht notwendig, unser Spray wirkt zur Reinigung und Pflege ganzheitlich. Insbesondere von der dauerhaften Anwendung von Octenisept im Allgemeinen und der Anwendung von Octenisept an Knorpelpiercings im Besonderen raten wir an dieser Stelle ausdrücklich ab!

Zu verzichten ist in dieser Zeit in jedem Fall auf Sauna und Solarium:

In der Sauna herrscht ein feuchtwarmes Klima, in dem sich Keime die Entzündungen hervorrufen schnell vermehren können. Durch das starke Schwitzen weicht zudem das Gewebe im frischen Stichkanal auf und macht es anfällig für äußere Einflüsse.  Mechanischer wie bakterieller Natur. Die Sonnenbank wiederum spielt der Haut eine plötzliche, unnatürlich hohe Sonneneinstrahlung vor. Im Rahmen einer natürlichen Schutzreaktion der Haut, spielen sich in den Zellen Prozesse ab die die Wundheilung negativ beeinträchtigen können. Auch die Bildung von Narbengewebe ist hier möglich. Die Haut ist unser größtes Organ und agiert komplett: Frische Piercings mit einem Pflaster abkleben hilft nicht!

Auch vom Baden und Schwimmen raten wir grundsätzlich ab:

Durch untertauchen weicht ein frischer Stichkanal auf. Die sich in der Heilung befindliche Haut wird porös und empfindlich für kleine Verletzungen. Dabei kann so ziemlich alles, was im Wasser schwimmt, Reizungen wie auch Entzündungen hervorrufen. Das gilt für Badezusatz ebenso wie für alle Schwebstoffe in Naturgewässern. Das gilt auch ausdrücklich für Salzwasser, wie wir im Video unten ausführlich erklären.

Ausnahmen?

Jein. Selbstverständlich spricht mit frischen Ohrpiercings, Oralpiercings oder auch Piercings im Gesicht nichts gegen die Badewanne. Schwimmen gehen, ganz gleich ob in Schwimmbad oder Natur, sehen wir jedoch kritisch. Auch Spritzwasser durch eifrige Schwimmbewegungen oder ausgelassene Freunde hat oft schon unangenehme Folgen. Daher raten wir auch davon eher ab.

Kosmetik, Haarfestiger und Haarfarbe unbedingt von frischen Piercings fern halten!

Ganz besonders heikel sind Produkte wie Puder, getönte Tagescreme und Make-up an frischen Gesichtspiercings. Feine Partikel, die in Stichkanäle geraten, lösen sehr häufig Entzündugen und nicht selten auch Wildfleisch aus. In den ersten 4 Wochen ist dieses Risiko besonders groß, aber auch danach sind diese Produkte mit Vorsicht aufzutragen.

Doch auch Bodylotion, Feuchtigkeitscreme und ähnliches sorgen häufig für Überempfindlichkeit, Rötungen und Schmerzen.

Haarfestiger sind für frische Ohrenpiercings in jedem Fall ein absolutes No-Go. Die enthaltenen Chemikalien verursachen meist unmittelbar bei Kontakt schmerzhaftes Brennen und Kribbeln. Zudem haben Haarfestiger – ganz gleich ob nun Schaumfestiger oder Haarspray – haftende Wirkung. So bleiben allerlei Partikel an den Haaren, den Piercings und auch den Ohren selbst kleben, die besonders in den frischen Stichkanälen für unschöne Komplikationen sorgen. Ob nun beim Friseur oder privat: Beim Haare-Färben bitte alle potenziell erreichbaren Piercings abdecken! Sowohl die enthaltenen Bestandteile als auch die oft folgende hektische Reinigung sind der problemlosen Heilung meist hinderlich!

Seife, Shampoo und Duschgel sind unproblematisch! 

Selbstverständlich kann niemand 4 Wochen auf Körperpflege und Haarpflege verzichten. Ganz normales Waschgel, handelsübliche Pflegeseife und Duschgel sind ebenso unproblematisch wie auch Haarspülungen. “ph-neutral” ist wäre optimal, ist aber nicht zwingend erforderlich. Seifen- und Shampooreste sind so kurz wie nötig anzuwenden und nach Gebrauch natürlich gründlich mit klarem Wasser zu entfernen.  Nach den ersten vier Wochen gilt allgemein: Auch über die Abheilungsphase hinaus benötigen Piercings ein Leben lang Pflege. Ist das Piercing intakt und verläuft die Heilung nach Wunsch, ist der tägliche Gebrauch von unserem Pflegespray nicht mehr vonnöten. Sind noch leichte Rötungen oder Schwellungen ersichtlich ist es sinnvoll, das Spray 1x täglich zu verwenden. Krustenbildung kann weiterhin auftreten, das hängt von vielen Faktoren ab: Äußere Einflüsse wie z.B. Druck und Reibung, Staub und sonstige Verunreinigung, der allgemeine Gesundheitszustand und mehr. Das muss regelmäßig kontrolliert und Verunreinigungen gegebenenfalls entfernt werden – ganz nach Bedarf.

Und wann kann man den Schmuck nun genau wechseln?

Die Antwort ist unbefriedigend, aber einfach die einzig richtige: Der Schmuckwechsel erfolgt immer erst nach der Abheilung! Die hier und in den einzelnen Piercingartikeln angegebenen Zeitspannen sind Richtwerte. Diese Richtwerte entsprechen unserer Erfahrung aus vielen Jahren und vielen tausend gestochenen Piercings.

Selbstverständlich sind individuelle Abweichungen immer möglich. Ist ein Piercing am Ohr zum Beispiel auf der “Schlafseite” platziert und somit viel Druck ausgesetzt? Dann dauert die Abheilung unter Umständen länger. Sieht sich beispielsweise ein frisches Bauchnabelpiercing ständig mit High-Waste-Hosen konfrontiert? Reizungen und verzögerte Abheilung sind vorprogrammiert.

Wir beraten und wechseln immer nach bestem Wissen und Gewissen.  Und bitten um Verständnis, wenn wir uns in Einzelfällen gegen einen Wechsel und für etwas mehr Zeit entscheiden. Das kostet uns jeweils Zeit für einen neuen Termin und häufig geht uns damit auch Umsatz durch eventuell verkauften Schmuck verloren. Davon haben wir nichts – diese Entscheidungen treffen wir immer im Interesse des Kunden. 

Besonderheiten für Oralpiercings

Piercings im Mundraum selbst (Zungenpiercing, Zungenbändchenpiercing, Lippenbändchenpiercing) und Piercings die in den Mundraum hineinragen (Lippenpiercings, Cheeks und Dahlias) haben ein paar Besonderheiten bei der Piercingpflege inne.

Rauchen mit frischen Oralpiercings:

Bei Oralpiercings raten wir für die nächsten 2 Tage nach dem Stechen vom Rauchen ausdrücklich ab! Die Verbrennungsrückstände, die beim Rauchen entstehen, sorgen oftmals für sehr schmerzhafte Entzündungen und Schwellungen. Das ändert auch eine anschließende Mundspülung nicht. Wir wissen, dass sich viele Menschen nicht daran halten und keinerlei Probleme auftreten. Aber wir haben auch schon viel zu oft Probleme behandeln müssen, die durch unmittelbares Rauchen aufgetreten sind. Keine Zigarette der Welt ist das Risiko dieser Schmerzen wert!

Und das ist beim Essen wichtig: 

Scharfe Gewürze und stark gewürztes Essen verursacht an frischen Piercings im Mund erfahrungsgemäß Schmerzen und oft Schwellungen. Selbiges gilt für sehr saure Getränke mit hohem Fruchtsäureanteil, beispielsweise Ananassaft, Orangensaft und andere Citrusfrüchte. Im Grunde genommen ist es einfach: Verursacht ein Gericht oder ein Getränk Brennen und / oder Schmerzen, ist es für die Abheilung nicht förderlich. Dieses Gebot gilt für die ersten 14 Tage nach dem Stechen. Milchprodukte sind mit Vorsicht zu genießen: Rohmilchprodukte sind der optimalen Wundheilung nicht förderlich, ganz im Gegenteil. Milch im Kaffee ist allerdings unproblematisch. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte in den ersten 2 Wochen auf Ersatzprodukte wie beispielsweise Sojamilch oder auch Hafermilch ausweichen.

Last but not Least: 

Fremde Körperflüssigkeiten, die etwa beim Küssen oder bei Oralverkehr übertragen werden, sorgen nahezu immer für Probleme. Auch hier raten wir ausdrücklich zu einem 2-wöchigen Verzicht. Es lohnt sich garantiert!

Der lange Stab nervt! Kann man den nicht schon früher wechseln?

Leider definitiv nicht! Selbstverständlich freuen wir uns, wenn eine Schwellung gar nicht erst auftritt oder schnell wieder verschwindet. Der Stichkanal muss dennoch erst in Ruhe ausheilen. Würden wir den Schmuck verfrüht wechseln, wäre die Gefahr sehr groß, den frischen Stichkanal zu verletzen und eine erneute Schwellung zu verursachen. Dieses Risiko gehen wir nicht ein. Daher sind die gesetzten 2 Wochen leider das absolute Minimum bis zum ersten Schmuckwechsel!

Besonderheiten für Intimpiercings

Neben der “allgemeinen Piercingpflege”, die wir oben ausführlich beleuchten, gelten bei Intimpiercings ein paar kleine “allgemeine” Besonderheiten; Die “speziellen” Besonderheiten beschreiben wir in den einzelnen Artikeln zu den Piercingarten. Für alle weiblichen wie auch männlichen Intimpiercings gilt die strikte Empfehlung: In den ersten 4 Wochen bitte keinerlei fremde Körperflüssigkeiten! Ähnlich wie auch bei den Oralpiercings treten die meist sehr unangenehmen Folgen fast immer unmittelbar auf: Brennen, Rötungen, Schwellungen und auch Entzündungen – die gerade an sehr empfindlichen Körperstellen entsprechende Schmerzen verursachen. Einerseits gilt diese Empfehlung für Oralverkehr; Andererseits nicht minder wichtig für Geschlechtsverkehr.

Darüber hinaus ist im selben Zeitraum mechanische Belastung, etwa in Form von Druck und / oder auch Reibung nicht empfehlenswert. 

Solange ein Stichkanal nicht vollständig verheilt ist, besteht durch mechanische Belastung ein erhöhtes Risiko von Verletzungen und Nachblutungen. Auch hier können infolgedessen sehr schmerzhafte Reizungen und / oder Entzündungen auftreten. Auch die Bildung von Wildfleisch ist in diesem Zusammenhang nicht ausgeschlossen. Als Orientierungshilfe dient zuverlässig der – zugegeben etwas lapidare – Grundsatz: “Wenn etwas Schmerzen verursacht – vermeide es!”

Und wenn doch mal Fragen und / oder Probleme auftauchen?

Entzündet sich ein Piercing beispielsweise oder geschieht etwa ein Missgeschick: Selbstverständlich gilt unser Serviceversprechen nicht nur in den ersten Wochen nach dem Piercing! In so einem Fall bitten wir darum, einfach über unser Online-Buchungstool einen Kontrolltermin zu vereinbaren und vorbeizukommen. Und das am Besten so schnell wie möglich, bevor aus einem kleinen Problem eine Komplikation wird! Lieber werfen wir einige Blicke mehr auf ein Piercing als auch nur einen zuwenig.

Bitte keine Experimente! 

Bei Piercings treten – gewissenhafte Piercingpflege und unfallfreies Verhalten vorausgesetzt – sehr selten Schwierigkeiten auf. Treten sie jedoch auf, halten die verschiedenen Piercings auch verschiedene Erscheinungsformen parat. Falsch eingeschätzt und entsprechend falsch behandelt, werden Probleme eher schlimmer als besser. Für die richtige Einschätzung und Nachsorge sind wir da, und wir freuen uns immer wenn unsere Kunden dieses Angebot wahrnehmen.

Und wenn wir gerade nicht geöffnet sind?

Sollten wir gerade geschlossen haben, etwa am Wochenende oder auch an Feiertagen (oder aufgrund eines Corona-Lockdown): Wir sind für unsere Kunden stets über unsere Notfallnummer zu erreichen. Diese Nummer wird jedem Kunden auf der schriftlichen Pflegeanleitung ausgehändigt.

Diese Nummer ist seit 2007 gültig!