Allgemeines

Da sowohl ein Piercing als auch eine Tätowierung immer Verletzungen darstellen, die verheilen müssen, sollte man sich gerade in der Anfangszeit der Verheilung an ein paar gut gemeinte Ratschläge halten, um den Wundheilungsverlauf nicht zu stören oder unnötig hinauszuzögern. Eine ausführliche Beratung und Pflegeanleitung bekommt ihr selbstverständlich im Studio, hier könnt ihr euch jedoch schon mal einen kleinen Überblick verschaffen.

Die richtige Pflege und Nachbehandlung von Piercings

Zu jedem Piercing wird ein Desinfektionsmittel (Pegacare) mitgegeben. WICHTIG: Pegacare ist nicht apothekenpflichtig, dennoch handelt es sich hier um ein Arzneimittel! Unter keinen Umständen sollte man sich hier auf irgendwelche Experimente einlassen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind teilweise nicht abzusehen, in manchen Fällen vorprogrammiert. Im Zweifelsfall sollte auf jeden Fall Rücksprache mit uns, eurem Arzt oder Apotheker gehalten werden. Besonders hervorgehoben seien an dieser Stelle die oft empfohlenen Mittel und Salben Betaisodona, Thyrosur-Gel und Wasserstoffperoxid. Diese Mittel sind generell nicht das beste für die Wundheilung, in Verbindung mit Wunddesinfektionsmitteln können sie gefährliche Nebenwirkungen haben. Mit Pegacare ist das frische Piercing in den ersten 4 Wochen zwei Mal täglich, in den folgenden 4 Wochen noch ein Mal täglich zu reinigen. Sollten sich Talgrückstände und Wundsekret am Schmuckstück absetzen, kann man sie selbstverständlich vorsichtig mit einem feuchten Wattestäbchen entfernen. Ungewaschene Hände – besonders „Nikotinfinger“ haben an dem frischen Piercing nichts verloren! Dasselbe gilt für Make up, Hairstylingmittel und Seifenreste.

Bei jedem Oralpiercing sollte in den ersten 24( + x – je länger desto besser!) Stunden unbedingt auf das Rauchen verzichtet werden. In den ersten 4 Wochen sollte auf stark gewürzte Speisen und Fruchtsaftkonzentrate verzichtet werden. Der Kontakt zu fremden Körperflüssigkeiten sollte in dieser Zeit ebenfalls gemieden werden. Gerüchte über ein Verbot von Milchprodukten machen häufig die Runde, können hier aber nicht bestätigt werden.

Bei allen anderen Piercings und bei Microdermals sollte 4 Wochen lang auf Schwimmen, Badewanne, Sauna und Solarium verzichtet werden, mechanische Belastung ist ebenfalls schlecht für die Wundheilung und kann bei manchen Stellen zum Herauswachsen des Piercings führen. Der Schmuck muss außerdem NICHT gedreht, hin- und herbewegt oder herausgenommen werden – er kann NICHT mit dem Körper „verwachsen“. Ruhe ist das beste für den Stichkanal, Schmuckwechsel sollte bei den meisten Piercings nicht vor abgeschlossener Verheilung erfolgen, im Zweifelsfall kann man auch einfach im Studio nachfragen 😉

Bei Intimpiercings gelten die selben Empfehlungen, hier sei jedoch besonders darauf hingewiesen, dass sowohl mechanische Belastung als auch fremde Körperflüssigkeiten in den ersten 4 Wochen gemieden werden sollten!

Sollte sich ein Piercing entzünden oder anderweitig Probleme bereiten, könnt und sollt ihr selbstverständlich jederzeit vorbeikommen. Das kostet nichts und es ist auch keiner böse, wenn sich ein Verdacht als unbegründet herausstellt – lieber einen Blick mehr drauf geworfen als einen Blick zuwenig.

Sollte es jedoch tatsächlich zu einer Komplikation kommen, nehmt bitte Abstand von „Omas Hausmittel“ und Arzneien, die schon bei Freunden / Bekannten / Verwandten geholfen haben. Wechselwirkungen und Unverträglichkeitsreaktionen sind nicht abzusehen.